Behind Townsville

Im 2. Weltkrieg wurden in der Stadt zeitweilig bis zu 70 Tausend Soldaten stationiert, um eine mögliche japanische Invasion abzuwehren.
Ob der Panzer, der in der Saunders Street vor uns her fuhr, noch von damals stammte? Er sah jedenfalls so aus.
Schon wenige Kilometer westlich von Townsville wird die Gegend ziemlich schnell trocken, dürr. Nur noch vereinzelte stehen Bäume. Kaum noch Gras. Ein trüber, trauriger und deprimierender Anblick. Das besserte sich auch nicht als nach 20 Kilometern wieder mal eine Ortschaft namens Woodstock kam. Eine Gaststätte, eine altertümliche Post, historisch wäre dafür eine falsche Bezeichnung, und an der Tankstelle Vorhängeschlösser vor den Tankzapfen. Nun verstand ich die Warnung vor dem Befahren der Development Road. Wenige Kilometer weiter kam ein Roadhouse. Und eine angenehme Überraschung. Unser kleiner, Gelände geeigneter Wagen hatte nur 9 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Von Mingela führt ein kurzer Weg südlich zu dem kleinen ehemaligen Goldgräberort Ravenswood, eine „Fast- Geisterstadt“, mit noch zwei der ehemaligen 48 Wirtshäuser.

Venus Gold BatteryVenus Gold BatteryVenus Gold Battery
50 Kilometer weiter kommt Charters Tower, eine der klassischen Goldgräberstädte. Die Stadt hatte in den Gold- Hochzeiten nach 1871 über 25 Tausend Einwohner, 65 Hotels, 92 Pubs, 5 Tageszeitungen, vier Pferderennbahnen. In den ersten 50 Jahren fand man dort über 6 Millionen Unzen Gold. Und heute? Der Vergleich zu Wiluna im Goldfeld von Western Australia drängt sich unwillkürlich auf. Noch ca 6.000 Einwohner, einige alte Häuser, eine sicher sehr interessante Goldsuchvorführung in der Venus Gold Battery zu der man auf dem „Ghosts of Gold“ Heritage Trail gelangt.
Eigentlich kein Grund zum Anhalten. Je weiter wir westlich kommen, desto trostloser, öder wird die Gegend. Gern hätte ich die Motive der Menschen, die hier leben, tiefgründiger erfahren. Nicht dieses Pauschale „Man liebt die Gegend und man hasst die Gegend. Kann aber nicht von ihr lassen!“

Die Eisenbahnstrecke, die uns begleitet, ab und zu die Strasse überkreuzt, ist ziemlich befahren. Aber nur lange Güterzüge mit 50 oder mehr Waggons, kein Personenzug. Und auch die Trucks fahren, wie schon auf dem Bruce Hwy, hier rücksichtsvoll. Natürlich haben wir auf dieser Fahrt in das Niemandsland sehr genau die Benzinpreise, die dieses Jahr erstmalig überall in Australien über 1 Dollar liegen, verglichen. Der Preis hat nichts mit dieser Gegend, wohl aber mit der Tankstelle zu tun. Zwischen 1,07 bis 1,29 Dollar pro Liter muß man für ULP (unleaded petrol =bleifreies Normal Benzin) zahlen. Und Diesel ist in Oz noch teuerer als Benzin! Aber das sagte ich wohl schon.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte