Julia Creek Dunnart

Nur 144 Kilometer weiter nach Westen kommen wir nach Julia Creek (600 Einwohner). Eine Stadt, die sich als „Gateway to the Gulf“ (Einfahrt zum Golf von Carpentaria) bezeichnet. Treffender finde ich aber, dass Julia Creek im Zentrum des artesischen Beckens Australiens liegt (siehe „Das große australische artesische Becken“). Eine kleine Stadt mit wenigen Straßen. Das Informationszentrum, die Bibliothek, das McIntyre Museum und ein futuristischer Wasserturm liegen dicht nebeneinander in der Burke Street. Die Damen des Informationszentrums waren sehr freundlich und nett. Julia Creek DunnartWir unterhielten uns über unsere Reisen und dass ich auch diesmal wieder ein Buch schreiben wolle. Mit einem großen Paket von Informationsmaterialien über die Gegend und dem artesischen Becken verließ ich die Bibliothek. Und ich mußte den Damen versprechen, dass ich ein Bild des „Julia Creek Dunnart“, einem bis 10 cm großen und etwas über 100 Gramm schweren Beuteltier, im Buch veröffentliche werde. Das possierliche Tierchen lebt nur in den Mitchell Grass Downs, ist zwar seit 1979 bekannt, wurde aber erstmals 1992 lebend gesehen.

Der dominierende Hauptindustriezweig ist die Rinderzucht. Und dann natürlich die Silberproduktion in der größten Einzelmine der Welt, der BHB Cannington Mine in McKinley. Dieser Ort wurde vor über 100 Jahren als eine der Cobb und Co. Stationen am Landsborough Hwy (Matilda Hwy) im Süden von Julia Creek gegründet. Die Bilder vom Pub aus dem Film Crocodile Dundee sind in der Matilda Hwy Geschichte zu sehen.
Nur noch ein Katzensprung von 139 Kilometern bis Cloncurry. Mein Gott, wie müssen die Hochwasser und Gewitter dieser Gegend zusetzen. Tiefe Aushöhlungen und lange große Furchen und Rinnen sind im Boden zu sehen. Dazu wird die Landschaft erneut öde und leer. Wenn jemals wieder einer die Strecke von Katherine nach Broome als die langweiligste Tour in Australien beschreibt, er ist hier nicht lang gefahren. Es gibt in dieser Gegend eine spezielle Art von Buckelrindern. Weiß und ziemlich unterernährt. Bilder, wie man sie von Indien kennt. Aber die Hagerkeit der Tiere ist artspezifisch und gestattet ein Überleben auch auf diesen kargen Weiden.
Endlich, so etwa 20 Kilometer vor Cloncurry begrünt sich die Umgebung wieder. Und die monotone Fahrt wird durch die zunehmenden Hügel abwechslungsreicher.

Eine Erfahrung, die ich gern weitergeben möchte, hat sich erneut bestätigt. Gerade bei der eintönige Fahrt durch das australisch Outback ist Fahren mit Licht ein unverzichtbarer Sicherheitsfaktor für das Sehen und Gesehen werden.
Gleich das erste Motel am Ortseingang, das Gidgee Inn Motel, erwies sich nach einer kurzen Stippvisite in der Stadt als das Beste, wenn auch etwas teuerer. 1997 eröffnet, in dem Ort angepassten Farben unter Verwendung ausgewählter Baustoffe, mietet man eine echte Wohnqualität. Cloncurry Rot ist übrigens ein Begriff.

Mit dem Besuch in Cloncurry ging einer meiner Wunschträume in Erfüllung. 1861 benannten Burke und Wills den Fluss nach einer Kusine Lady Elisabeth Cloncurry. 1866 suchte der bekannte Forscher Ernest Henry nach Kupfer und fand zunächst Eisenerz. Als er ein Jahr später wieder kam, begründeten die dann gefundenen riesigen Kupferlagerstätten, zwei Kilometer südlich, die Entstehung einer großen Kupfer und Goldmine, die sich bis 1916 zum größten Kupferproduzenten des britischen Empire entwickelte.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte