Mareeba

Nun begannen wir, das Tafelland für uns zu entdecken. Auf dem gut asphaltierten Kennedy Hwy fuhren wir in Richtung Mareeba. Eine schöne Fahrt durch den Wald. Kaum durch Zäune abgetrennte Areale, wenige tote Kängurus am Straßenrand. Die unerwartet vielen Termitenhügel auf der Hochebene des Tafellandes, deren Wände in der Sonne braunrot schimmerten, erstaunten uns sehr. Schließlich überquerten wir das ausgetrocknete Flussbett des Goldmine Creeks. Und dann kam schon Mareeba, das bereits 1877 gegründet und mit 8.000 Einwohnern die größte Stadt im Tafelland ist.

Heute eine der Kaffeemetropolen von Queensland und auch ein Weinanbaugebiet. Der Name dieser ersten Siedlung ist der Aboriginal Begriff für „Meeting of the Waters“, weil hier der Granite Creek in den mächtigen Barron River mündet. Die Geschichte der Stadt ist bewegend und abwechslungsreich. Unerschrocken mussten die ersten Forscher in diesem damals unwirtlichen Gebiet schon gewesen sein. Und die ihnen folgenden wenigen Siedler hatten sich immer wieder aufs Neue mit Mut, Kühnheit und Voraussicht dem Überlebenskampf zu stellen. Da waren die Überfälle durch kannibalische einheimische Stämme, die Raubzüge von Buschräubern, aber auch vielen Giftschlangen, die alle eine tägliche Verunsicherung bedingten.

Bis zum Eisenbahnbau 1885 war Mareeba eine gefragte Umspannstation für die Reisekutschen. 1893 wurde am Palm River Gold gefunden, dann 1896 kam noch das Goldfeld am Hodgkinson River dazu. Später dominierte der Zinnabbau. Die deswegen hier ankommenden Einwanderer und die Miner oder Digger, auf der Suche nach Reichtum, lebten in einem ständigen Zustand von Gesetzlosigkeit, Anarchie, Landraub und Mord. Als dann endlich mit der Zeit mehrere Farmer, Holzfäller, Viehzüchter und Bergleute in die Gegend kamen gelang es, auch Recht und Ordnung im Tafelland zur Geltung zu bringen.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte