Richmond

Am nächsten Morgen waren die tropischen Gewitterschauer der Nacht vergessen. Strahlend blauer Himmel, warmes Wetter. Und das Grün in der Stadt begrüßte uns mit saftiger Färbung. Gleich gegenüber unserem Motel lagen die Schienen der Eisenbahn. Dort sahen wir ein Auto auf einem für Schienen gängigen Untergestell, das rückwärts an uns vorbei fuhr. Wir sind nun schon so oft und so lange in Down under gewesen. Trotzdem erleben wir auf jeder Reise wieder etwas überraschendes Neues. Nach Cloncurry, unserem Ziel am Matilda Hwy waren es nur noch 396 Kilometer. Wir rechneten damit, gegen Mittag dort zu sein. Kaum raus aus der Stadt hatte uns die Einöde wieder. Outback in QeenslandDazu eine eintönige Kilometer lange Straße, kaum Kurven und beiderseits endlose ausgetrocknete Steppe mit einigen Wasserpfützen. Die wenigen Sträucher waren nicht der Rede wert. Aber eine sehr gute Straße ohne die Sandimprovisation vor Hughenden. Weiterhin begleitete uns, immer mal die Seite wechselnd, die Eisenbahn. Und die erfinderischen Unterhöhlungen des Gleisbettes, die vielen Brücken, unter denen das Hochwasser ablaufen könnte, waren die einzige Abwechslung auf der ersten Etappe. Die Zahl der toten Kängurus am Straßenrand nahm wieder zu.
Nach 114 Kilometern erreichten wir Richmond (600 Einwohner). Die Stadt zeigte an, dass sie 2003 als sauberste Stadt Australiens ausgezeichnet wurde. Nun dachte ich darüber nach, ob ich mal zählen sollte, wie oft die Auszeichnung 2003 vergebe wurde. Oder lieber nicht? Aber wir wurden in der „Hauptstadt der Fossilien Australiens“ angenehm überrascht. Eine saubere und gepflegte Ortschaft. Den Häusern sah man die Bemühungen um Verschönerung an. Ein mächtiges Umspannwerk am Ortseingang bedeutet, dass uns nunmehr neben der Eisenbahnanlage auch Hochspannungsleitungen begleiten werden. Der große Badesee, ein begrünter Mittelstreifen auf der Main Street wirkten nicht schlecht.

Außerdem ist Richmond ein weiterer Eckpunkt des Dino Trail. Trotzdem kein Ort für einen längeren Aufenthalt, obwohl eine Fahrt entlang des Basalt Byways, in die zerklüftete Lava Felsenlandschaft der Vulkanausbrüche des Mt. Sturgeon vor fünf Millionen Jahren, mich schon gereizt hätte. 60 Tausend Rinder exportiert Richmond jährlich. Auch hier hatte die Tankstelle geschlossen und verwies auf die nächste Tankmöglichkeit. Nur ein Mal während unserer vielen Aufenthalte in Down under bin ich wirklich mit dem letzten Tropfen noch an die Petrol Station gekommen. Das war auch in Queensland.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte