Tafelland Rundgang

Die europäische „Blumenkinderbewegung“ machte natürlich nicht vor Down under Halt. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden in der Umgebung von Kuranda mehrere Hippie Kommunen, die wie Blumen oder Pilze im Regenwald aus der Erde schossen. Die dortigen Bewohner betrachteten Esoterik, Nichtstun, individuelle Selbstverwirklichung und Joint Rauchen als Synonyme ihrer Lebensweise.
All das kann man im Museum der Stadt nacherleben. Die Beispiele für die schwere Arbeit der Farmer, Viehzüchter, Miner und Holzfäller beeindrucken. Und auch eine heute extrem seltene Rail Ambulance, einen umgebauten Krankenwagen, der auf Schienen fuhr, ist zu besichtigen. Das schon erwähnte Zentrum des australischen Tabakanbaus blieb bis in die 80er Jahre. Mit dem Wegfall der Zölle wurde der unrentable Anbau dann aufgegeben.
Mittlerweile leben Menschen aus 64 Nationen in der 560 Km² großen Mareeba Region. Und 60 verschiedene Touristikangebote, von Kaffeeplantagenbesichtigungen, Teilnahme an Weinverkostungen, Vogelbeobachtungen, Buschwanderungen, Mikroleicht- Flügen, Besuche des Mareeba Feuchtlands bis zum Mareeba Rodeo im Juli und dem multikulturellen Festival im August erwarten den Besucher. Ein reichhaltiges Angebot. Man muß sich aber darüber selbst informieren, denn der Ort wirkt eher zurückhaltend. So zeigt das Studium der Mareeba Town Map, erhältlich im Visitor Centre, die vielfältigen Möglichkeiten, die Mareeba bietet. Auch, wie man über die beiden Kreisverkehre und die Bahnschienen die Chewko Road erreicht.

Das ist eine asphaltierte Strasse, zwischen Bananenplantagen und Zuckerohrfeldern, die zur Granite George, einer steinige Schlucht, durch die der schon erwähn Granite Creek fließt, führt. Zum Schluss wird die Fahrt wegen der ziemlichen Huckelpiste recht ungemütlich. Aber das Tollste kam erste noch. Und in dem grünen Office soll man fünf Dollar für den 1,5 Km langen Rundgang übers Tafelland bezahlen.

Die Dame meinte, das Tafelland wäre zwar ziemlich vertrocknet, aber die grandiosen Steine, den Balance Rock und die Large Figtree dürfte man sich nicht entgehen lassen. „Sind jetzt auch Steinkängurus zu sehen?“ war meine nächste Frage. „Eigentlich nur am Morgen und am Abend“ antwortete die Angestellte. „Aber wer weiß?“ orakelte sie weiter. Inzwischen waren noch zwei weitere Autos mit Touristen gekommen und hörten unserem Gespräch zu. Auch diese Besucher beschlossen, wie wir, die fünf Dollar zu sparen. Es soll im Gelände einen ganz netten Campingplatz geben. Aber deswegen waren wir ja nicht hier. Und über Granitfelsen sind wir in Australien schon so oft kostenlos geklettert, haben auch genügend Rock Wallabies gesehen und gestreichelt und den angeblich schönen Ausblick über das Tafelland hatten wir an anderen Stellen später umsonst.

Außerdem ist der Eintritt von fünf Dollar ein Bluff, wie uns unser Hotelier in Cairns am nächsten Tag sagte. Der eigentliche Eintritt fürs Tafelland beträgt nur zwei Dollar.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte