Walkamin und Tolga

Zuvor passierten wir aber noch den kleinen Ort Walkamin. Eine ehemalige Minenstadt, ein nettes kleines Städtchen. Zwischen Walkamin und Tolga befand sich ein Militär Camp, das eine strategische Bedeutung im 2. Weltkrieg hatte. Im Armee Camp wurden Soldaten nach der Heilung ihrer Verletzungen auf den erneuten Fronteinsatz vorbereitet. Das war eines der Ausbildungslager in Nord Queensland, wo auf Grund der klimatischen in der Region um Walkamin Bedingungen 60.000 Soldaten auf die Kämpfe in Neu Guinea und im Südwestpazifischen Raum vorbereitet wurden. Das dortige Klima erforderte eine derartige, angepasste Ausbildung.

Etwas westlich von Tolga liegt der Bones Knob Lookout. Ein dem Aussehen des alten Vulkans angepasster Name. Vom Lookout wird es nach Westen ziemlich bergig. Man sieht auf die westlichen Berge der Great Dividing Ranges in Queensland. Und dieser Blick war kostenlos.

Die 4.500 Einwohner zählende Stadt Atherton wurde 2004 zu Australiens sauberster Stadt gekürt.
Das Interessante an der Stadt ist die Vergangenheit. Viele Chinesen sind Ende des 19. Jahrhunderts von den Palmer River Goldfeldern hierher gekommen, haben die großen Bäume gefällt und so die Gründung von Farmen ermöglicht. Mehr als 500 Chinesen sollen es zwischen 1880 und 1920 gewesen sein. Aber es gibt nur wenig Überliefertes über das damalige Leben. Ein Bild von der Hauptstraße des Cedar Camps 1880, der Swimming Pool von 1935 und die Berichte über die Schwierigkeiten mit der Drainage des Piebala Creek, in dem Schnabeltiere lebten, die noch heute im Platypus Playground zu sehen sind.

Diese Tierverbundenheit zeigt sich auch in dem einzigen Fledermaus Hospital Australiens.
Im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden von Australien ist in Atherton die Bedeutung der Chinesen als Pioniere der Landwirtschaft in Nord Queensland unbestritten. Bis zu 80% der Ernte des Tafellandes kam von chinesischen Farmen. Schon 1909 lebten 1100 Chinesen in Chinatown von Atherton. Es gab chinesische Geschäfte, Köche, Kräuterläden, Ärzte, Händler und Priester. Der zwischen 1890 und 1903 gebaute Hou Wang Tempel steht als Erinnerung an die große Zeit chinesischer Verdienste um die Besiedlung von Nord Queensland.

Das Visitor Centre empfiehlt Höhlen- und Mineral Interessierten den Besuch der „Crystal Caves“. Ein Phantasieland für die Augen und eine Hochachtung vor den vom Wasser in 80 Millionen Jahren freigelegten Gesteinssäulen. Achate, Rose Quarze, Basalte, es ist alles hautnah zu besichtigen.
Dabei muß man natürlich auch am Halloran Hill die Überreste der einstigen vulkanischen Tätigkeit erkennen. Der so entstandene fruchtbare Boden sicherte die Entstehung und die Zukunft der Landwirtschaft dieser Gegend.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte