Brisbanites

Auf dem Gold Coast Hwy fuhren wir bis Main Beach und sind dann ins Hinterland wieder zum Pacific Hwy abgebogen. Wir waren 60 Kilometer vor Brisbane. Die Autobahnen hatten teilweise 4 bis 5 Spuren je Fahrseite. Etwas verwirrend, zumal viele Truckfahrer, ungeachtet aller anderen disziplinierten Fahrer, die Autobahn als Eigentum betrachten. Wenn man das Straßennetz einmal verstanden hat, gefahren ist und weiß, wo man hin will, ist Autofahren in Brisbane trotz sehr hoher Verkehrsdichte nicht so schwer. Wir waren zwar richtig abgefahren, fanden uns dann aber im Spinnennetz der Einbahnstrassen, der Sperrungen und Umleitungen nicht mehr zurecht. Ein ganz großes Kompliment möchte ich gleich bei Ankunft an die Brisbaner aussprechen. Die Einwohner mögen es sehr, wenn man von ihnen als „Brisbanites“ spricht. So nennt sich auch ein örtliches Informationsblatt. Ausgesprochen höflich und rücksichtsvoll im Straßenverkehr! Niemals hatte ich ein bedrängtes Gefühl oder dachte, ein lästiger Fremdkörper im Stadtverkehr zu sein. Natürlich bewährten sich wieder die Fähigkeiten meiner Frau, eine Karte zu lesen und richtig zu interpretieren. Sicher lotste sie uns zum Hotel. Was sich bei der Herfahrt so andeutete bestätigte sich beim gesamten Aufenthalt.

Die Bewohner der Hauptstadt von Queensland sind noch echte Australier, denen man Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nachsagt. Hier bemühten sie sich auch, mit uns langsam und verständlich zu sprechen. Die Brisbanites sind die Kosmopoliten Australiens. Sie halten sich aus dem Streit der Großstädte heraus, da sie der Meinung sind, nirgendwo lebt es sich so gut wie in Brisbane. Die Ausstellung „Bite the blue Sky“, die über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der 1,7 Millionen Metropole berichtet, demonstriert auch ein Stückchen Lebensphilosophie der Bewohner der Moreton Bay. „Greif Dir ein Stück des blauen Himmels“ heißt, sei fröhlich und dem Heute positiv zugewandt. Nicht schlecht! Auch für die vielen ausländischen Studenten. Die Bewohner der Stadt verkörpern mit einem Durchschnittalter von 33 Jahren das junge, moderne und legere Australien. Aus unserem Accommodation Guide hatten wir im traditionellen South Brisbane in der Edmondstone Street zwei Hotels herausgesucht.

Das ehemalige Best Western Hotel war wohl entweder eine Absteige oder ein Stundenhotel geworden. Das Edmondstone Motel dagegen machte schon äußerlich einen guten Eindruck, der sich über den gesamten Aufenthalt bestätigt. Unser Glück hier war die geringe Belegung. So hatten wir während des gesamten Aufenthalts einen Dachgarten, gedacht für die Bewohner von drei Zimmern, für uns. Noch eine weitere nutzvolle Besonderheit fanden wir im Hotel. Im Foyer war eine kleine Selbstbedienungs-Bibliothek, mit auch genügend deutschen Büchern. So haben wir jeden Abend bis Mitternacht geschmökert und festgestellt, wie sehr uns das Lesen deutscher Bücher, also ein zügiges Lesen ohne Wörterbuch, gefehlt hatte.

Gegen Mittag checkten wir ein. Ein schwüler, heißer, sonniger Tag war es noch geworden. Wir wollten trotzdem den Nachmittag für einen ersten Stadtbummel nutzen.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte