Patrick Mayne

Ein dominierendes Element am Ufer der Nordseite ist der Botanische Garten. Auf einer formschönen Fußgängerbrücke überqueren wir den Fluss. Gleich nach dem Übergang reizt ein Holzplankenweg zum Spazieren am Flussufer. „Mangrove Habitat Walkaway“ zeigt die unzähligen vielfältig wurzelnden Mangroven am Ufer des Flusses. Und im Schlamm brodelt eine unaufhörliche Aktivität, wie bei Ameisen. Tausende kleine Krebse haben hier ihren Lebensraum und nutzen den Wassertiefstand zur Nahrungssuche.

Neben dem Botanischen Garten, der wie alle Gardens in Australien sehr gepflegt ist, steht das alte Government House. Also ärmlich haben die Regierenden wirklich nicht gelebt! Welche Pracht, welcher Luxus. Ein Stück näher der City kommen die Häuser für die Parlamentarier in der George Street. Sicher haben sich die Politiker aus Deutschland vor dem Ausbau von Berlin als Hauptstadt in den australischen Großstädten Anregungen geholt. Der Campus der Technischen Universität hat uns ebenso beeindruckt. Dazu kommt noch, dass dieses Gelände sich mit einer der grausigsten Bluttaten in Queensland verbindet.

Noch heute ist die mittlerweile 155 Jahre alte Mordgeschichte ein Beispiel für die Verbindung von Geld und Verbrechen. Es ist unzweifelhaft, dass der irische Einwanderer Patrick Mayne, zunächst mittellos, durch seine Fleischerei in der Queen Street sehr wohlhabend wurde. Leider auch mit den Jahren zunehmend geisteskrank. Er ermordete aus niedrigen Motiven 1848 am Känguru Point einen Mann, zerstückelte ihn und verstreute die Leicheteile. Das Geld des Opfers hatte er an sich genommen. Die ganze Kolonie Queensland war entsetzt über die Untat. Es bestand ein Verdacht auf den Täter. Doch reichte der Einfluss der vermögenden Familie Mayne, nachdem man zwei katholische Schulen eingerichtet hatte und einer der Söhne, der berühmte und reiche Chirurg James, der Stadt Brisbane das Land und das Geld zur Errichtung der technischen Universität schenkte, nachdem sich alle Kinder der Familie verpflichteten, nie zu heiraten, um eine eventuelle genetische Bedingtheit des Wahnsinns nicht zu vererben, dass Patrick Mayne unbehelligt blieb. Kurz vor seinem Tod an Syphilis 1865 soll er wenigstens einen von möglicherweise drei Morden gestanden haben. Ein weiterer Sohn Isaak, ein einflussreicher Rechtsanwalt, verhinderte die Bekanntgabe dieser Tatsache. So blieb für die Öffentlichkeit ein unschuldig Gehängter der Täter. Das letzte der sechs Mayne Kinder starb 1940. Es gibt keine Nachkommen Patrick Maynes.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte