South Bank Brisbane

Eine der Sensation der Weltausstellung 1988 war die South Bank. Auf 16 Hektar wurde ein einzigartiges Freizeit-, Ausbildungs- und Kulturzentrum geschaffen. Viele Gebäude der Weltausstellung sind inzwischen geschlossen oder abgerissen. Das South Bank Parkland blüht schöner denn je.

Diese Gegend hat einen festen Platz in der Geschichte der Stadt. Von dort lieferte 1841 Brisbane per Schiff die erste Wolle der Farmen des Hinterlandes nach Sydney. Eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Transport über Land. Für kurze Zeit, ab 1841 bis Februar 1842, konnte jeder, der das Kapital hatte, an der Moreton Bay siedeln und verladen. Noch heute bestehen hier mehr als drei Kilometer lange Kais. Das änderte sich, als die „Hunter’s River Steam Navigation Company“ einen geregelten Schiffverkehr zwischen Sydney und Brisbane einführte. Nicht zuletzt auf Betreiben der Schiffseigner, die jede Konkurrenz im Hafen vertreiben wollten, beschloss man schon 1842 einen neuen Stadtbezirk, die South Bank, in diesem Gebiet zu gründen. 36 Parzellen Land wurden verkauft. Natürlich sah die Planung wieder die akkurat rechtwinklig zueinander stehenden Strassen vor. Kurz nach Angebot war alles Land verkauft. Hauptsächlich an Käufer aus Sydney. Diese haben zum Teil das Land, mit dem sie so viel verdienten, nie gesehen. Im Buch „South Bank- a historical perspective“ sind zahlreiche Bilder aus der Gründerzeit abgebildet. Heute scheint die Gegend hinter dem Parkland nach Abbau der Expo vergessen. Eine Besonderheit muß ich noch erwähnen. Die Strassen der neu gebauten South Bank benannte man, als Gegensatz zu den Royal Straßennamen im Norden, nach aktuellen britischen Politikern Stanley (Kolonialsekretär), Russel (Oppositionsführer), Grey und Melbourne (Premierminister) und dem damals sehr wichtigen Kolonialsekretär Glenelg. Das geschah bevor das Unterhaus versuchte, das tägliche Leben der Australier zu reglementieren. „Sonst wäre das nicht geschehen“ betont man überall!

Seitdem trennt der Fluss die Stadt in die nördliche Royal- Hälfte und die südliche „bürgerliche“ Hälfte. Das South Bank Parkland ist eine äußerst attraktive Erholungslandschaft. Zahlreiche Restaurants laden ein. Gepflegte Wege und Parks wechseln mit künstlichen Badeseen, Teichen, Pagoden und sogar einem Regenwaldabschnitt. Kunstzentrum, Universität, Konservatorium, Galerien vervollständigen das Gesamtbild. So lernten wir auf dem kurzen Weg verschiedene Landschaften mit unterschiedlichen Kulturkreisen kennen. Vorbei am „Old Maritime Museum“ sind wir über den Riverside Bikeway, einem Fußgänger- und Radweg, bis zu den Kangaroo Point Klippen gelaufen. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt. Und auf die nicht zu ferne Store Bridge, die den Verkehr auf zwei Ebenen bewältigt. Die Steine vieler Gebäude sind in den Gründerjahren hier gebrochen worden. Später kam man auf die Idee, als Rückfracht für die Weizenschiffe nach Südamerika, Steine für den Bau und exotische Pflanzen für den Park zu transportieren. Heute dienen diese Klippen als Ufersicherung, als Aussichtspunkt und zum Climbing. Angeblich die beliebteste „Übungsstrecke“ für Kletterer.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte