Unwetter

Glücklicherweise war die 13 m² große Veranda überdacht. So saßen wir ab Nachmittag im Freien und lasen, lasen, lasen. Alle deutschen Bücher, die in der Bibliothek waren. Interessiert beobachtet von einer Gecko Familie, die am Rande der Glasüberdachung wohnte und sich wie Vögel zwitschernd unterhielt.

Am Tag vor unserer Abreise regnete es weiterhin stark. Ein schweres Unwetter hatte den Goldstrand heimgesucht. Ein Minizyklon von 10 Minuten warf einen Baum auf den Dreamworld Sessellift. 50 Menschen warteten drei Stunden in den Sesseln auf Hilfe. An Badebetrieb war nicht mehr zu denken.

Gegen Mittag klarte es auf und wir beschlossen, uns noch das Queensland Museum anzusehen. Vom Ufer kann man unterirdisch über eine Holzbalustrade zum Museum gelangen. Im Tunnel begrüßte uns ein aufgehängtes Flugzeug, Blumen, an der Decke schwebende Wale. Es waren noch Ferien, der Eintritt war frei. Folglich hatten alle Urlauber mit ihren Kindern die gleiche Idee wie wir. Wenn wir das nächste Mal in Brisbane sind, und das wird im Dezember 2005 sein, wird für das Museum ein halber Tag eingeplant. Durch den Krach und die herumtobenden Kinder bekamen wir alles nur halb mit. Geblieben ist die Erinnerung an die angeblich größte Kakerlake der Welt (die kannten Otto, die Madagaskarschabe aus Hamburg nicht!), der größte Motte als Leihgabe des Schmetterlingsmuseum von Kuranda, einige sehr interessante Beschreibungen der Traumzeit und viele Informationen über Tiere, Pflanzen und Brisbane.

Länger als drei Stunden haben wir es nicht ausgehalten. Im Hotel warteten noch zwei Bücher auf uns. Am Abend sahen wir in den ABC News die triumphale Einfahrt des „Never Never Trains“ in Darwin und dass es in Queensland weitflächiges Hochwasser gab. Sogar die Ernte war gefährdet. Tonnen von Wasser rauschten im Nordwesten von Queensland herunter. Das „staubige Herz“ hatte bei 280 cm Hochwasser durch den Thomson River einen Inlandsee bekommen. Außerdem wurde vom Tod eines 54 jährigen australischen Erfolgsautors berichtet, der beim Facelifting an einer Herzattacke starb. Das ist Wasser auf die Mühle der sensationslüsternen Aussies.

Damals stand unser Entschluss stand. Wie schon in Geraldton. Wieder zur Sonne, ins Landesinnere und von dort über New England und die Blue Mountains zur letzten Etappe nach Sydney.

Diesmal führte uns die Route auch wieder ins Landesinnere von Queensland. Aber in eine völlig andere Gegend.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte