Botanischer Garten – Emerald

Die Wege sind gut angelegt und behinderungsgerecht. Eine Vielfalt von Vogelstimmen begleitet uns bei dem Spaziergang. Die zahlreichen unterschiedlichen Pflanzen und Bäume boten genügend Schattenplätze in den schon heißen Vormittagsstunden. Durch den Park fließt der Nogoa River und wir finden einen richtigen See, den durch Seerosen verzierten Windmühlenteich vor einer originalen Windmühle. Zwölf verschieden Themenkomplexe werden in den Gärten, des Botanischen Gartens, mit meist einheimischen Pflanzen dargestellt. Dazu gehört auch ein Rosengarten mit 200 verschiedenen Rosenarten. Ansonsten dominiert im Park die Vielfalt der Pflanzen und Bäume. Palm Grove Area, Pine Plantation, Economic Area, Exotics Area, Eucalypt Area (mit 62 Spezies), Cypress Area, Riffle Range Area und Basalt Area, Carnarvon Gorge Area und Softwood Scrub Area geben eine gute Übersicht über die Flora von Central Queensland. Bis in den späten Nachmittag sind wir durch den erquicklichen Botanischen Garten in Emerald spaziert. Und das kontinuierliche Grün bei dieser Hitze und Trockenheit zeugt von den großen Bemühungen zur adäquaten Bewässerung.

So sahen wir im Regenwald fünf Meter hohe Wasserspender, die aller zehn Meter aufgestellt waren. Eindrucksvoll auch der Nativ Garten, eine naturbelassene Landschaft, wo sich natürlich eine Unzahl von Zikaden wohl fühlte. Und die vielen angelegten jetzt noch trockenen Bachläufe zeugen von der Fülle des zu bewältigenden Wassers in der Regenzeit. Wie immer habe ich meine Eindrücke auf mein Diktiergerät gesprochen. Und wir konnte am Abend die Vielzahl der Geräusche, die wir beim Spaziergang nur unbewußt registriert hatten, erst richtig bewundern.

Botanischer Garten Emerald - MarplesAb und zu liefen kleine Eidechsen über den Weg. Natürlich haben die Organisatoren den Park auch mit interessanten andern Details versehen. Neben Skulpturen und interessanten zu Murmeln geformten Steinen (Marbles), die die Farben der Erde symbolisieren, sahen wir ein Amphitheater mit Steinen wie in Glenn Innes, die eine keltische Symbolik darstellten. Natürlich betrachteten wir auch den Gedenkstein für Jack Paris, der stellvertretend für die vielen Stockmen, Schafscherer und Viehtreiber der ersten Tage hier geehrt wird. Aus dem Amphitheater, ursprünglich ein Aboriginal Versammlungsplatz, machte die Uniting Church im Januar 2000 durch Setzten eines Kreuzes eine Buschkapelle.
In der Federation Pillar (Säulenreihe) wird es für den deutschen Besucher wieder sehr schwierig, die Motive der einheimischen Künstler zu verstehen.

Aber das geht mir in Deutschland auch öfters so. So ist die Entwicklung der Gegend zwischen 1901 und 1991 in Bildern dargestellt. Andere Motive sind die markanten Ereignisse zwischen 1931 und 1941, wie den Bau des Water Tower, die Stromversorgung der Stadt, die große Depression und natürlich das vernichtenden Feuer in der Main Street. Die Truppentransporte während des Krieges, die große Flut von 1950 und der Bau einer neuen Verkehrsbrücke über den Nogoa River vervollständigen die Darstellungen.

Emerald mit seinem Botanischer Garten half mir, die Enttäuschung über den deprimierenden Matilda Hwy, über die „Langweiligkeiten“ der Ortschaften zu überwinden. Eine Enttäuschung an der ich selbst Schuld hatte. Nirgendwo haben die Aussies diese Gegend idealisiert. Aber ich tat dies in Gedanken und Erwartung.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte