Port Douglas

Das Wetter meinte es gut. Strahlender Sonnenschein, wenig Wind. Wir fuhren weiter nach Norden. Bis Port Douglas war es nicht mehr weit. Dazu mussten wir vom Cook Hwy eine fünf Kilometer lange, von Palmen begrenzte, gut befahrbare Strasse zur 1887 gegründeten Hafenstadt fahren. Die 73 Kilometer lange Fahrstrecke auf dem Cook Hwy zwischen Cairns und Port Douglas wird in den Prospekten als eine der landschaftlich schönsten Küstenstrecken Australiens bezeichnet. Nicht zu Unrecht. Wie wir meinen! Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts war Port Douglas die bedeutendste Siedlung in dieser Gegend. Entstanden durch die Goldfunde im Tafelland, genutzt als Landeplatz für die Goldsucher, als Transporthafen für die Bodenschätze. Zentrum und Attraktion des Ortes ist der Touristen attraktive Marina Mirage. Ein Hafenkomplex, der sowohl Privatjachten als auch Fähren und Ausflugsschiffen als Anlegestelle dient. Natürlich mit der entsprechenden Gastronomie. Im Gebäudeinneren eine Geschäftszone für den Geldbeutel, aber auch für das Auge. Alles ist in einem durchaus passenden Grünton gehalten. Gebogene verzierte Lampen, die gelungenen Sitzmöglichkeiten komplettieren den Eindruck. Natürlich muß man auch die Bally Hooley Railway Station der historischen Eisenbahnstrecke von der Station St. Crispin besichtigen. Wie jedes Jahr im November/ Dezember ist für uns auch diesmal die Vorweihnachtsreklame gewöhnungsbedürftig. Bei 35°C steigen wir in Sommerkleidung aus dem Auto. Und über dem Eingang zum Geschäftsbereich des Marina Mirage Gebäudes sitzt Santa Claus in seinem von den Rentieren gezogenen Schlitten unter dem unvermeidlichen geschwungen „Merry Christmas“ Band. Im Einkaufsbereich hat mir besonders ein Geschäft, besser eine Galerie, nämlich die Persian Carpet Gallery, gefallen. Hier werden geknüpfte Teppiche ausgestellt, die gerahmt kaum von gemalten Bildern zu unterscheiden sind. Wenn man aber um das Gebäude herum geht, wird man an Sydney erinnert. Vorne Hui, hinten Pfui!

Port Douglas

Port Douglas - St. Maries by the SeaIm Ort haben wir die alte  Seemannskirche „St. Maries by the Sea“ neben dem Anzac Park bewundert. Die Kirche ist nicht konfessionell und somit von jedermann nutzbar. Erbaut 1880 (also noch vor der Ortsgründung!), 1911 von einem Cyclon zerstört, 1988 umgesetzt, wurde sie 1989 total renoviert. Jeden Sonntag findet vor der Kirche der Wochenmarkt statt. Hat mich sehr an das Gerichtsgebäude in Broome erinnert. Auch dort standen sehr eindrucksvolle Bäume. Darunter auch violett blühende Jarcaranda Trees.
Port Douglas BlütenHier in Port Douglas war es ein alter Baum mit unzähligen Senkwurzeln. Nicht weit vom Sunday Market steht das Old House von 1897 (renoviert 1996) mit dem Museum und dem „Old Court House“. Es ist das einzige Gebäude, das der Cyclon 1911 verschonte. Von dort führte ein steiler Aufstieg zu einem Lookout. Es war Mittag. Die Sonne brannte heiß und unerbittlich. Eigentlich wollte ich das Auto holen, um da rauf zu fahren. Aber Dagmar meinte, dass wir die 450 Meter doch locker schaffen würden. Nur nach den ersten 500 Metern kam eine Straßenkreuzung und ein erneutes Schild „Lookout 500 Meter“. Und das bei praller Sonne, kaum Schatten. Schließlich oben versöhnte der Blick auf das Korallen Meer und den schmalen sauberen Strand mit den Anstrengungen. Inzwischen sind mit den Jahren nach Schaffung der Aussichtsfläche viele Bäume ziemlich hoch gewachsen. So bleibt der Blick hinunter begrenzt. Port Douglas StrandUnd die Häuser kleben förmlich am und im Hang. Schön zu wissen, dass es von hier nach Frankfurt/Main 14.629 Kilometer sind. Ein Gedenkstein am Flag Staff Hill Lookout erinnert an den Norweger Andreassen. Einem Seemann, der sich als Siedler, Volontär und als Chairman um Port Douglas verdient machte.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte