Klaus, der Volontär

Es war der 10. Dezember, ein Samstag. Zwei Tage später wollten wir weiter nach Toowoomba. Mit einem überraschenden Zwischenstopp in Highfield. Warum? Wir waren gerade vom Besuch der beiden Stauseen zurückgekommen. Als es vor unserem Bungalow hupte. Ein dunkler Jeep stand vor der Tür, aus dem Klaus, der Volontär des Visitor Centre in Hampton kletterte. „Bin ich froh, dass ich Euch noch gefunden habe“ schmunzelte er. „Aber als ich nach dem Dienst zu Hause war, fiel mir ein, dass die Unterkunft, die ich Euch empfohlen habe, zurzeit geschlossen ist.“ Das muß man sich einmal vorstellen. Da fährt ein Aussi, der er mittlerweile ist, über 20 Kilometer, um zwei wildfremden Touristen eine Information zu bringe. Keine Frage, dass wir ein ganzes Stück bei einem kühlen Bier zusammen saßen. Schließlich hat uns Klaus für Montagvormittag noch zu sich eingeladen. Er war sämtliche Unterkünfte in Crows Nest abgefahren, auf der Suche nach einem deutschen Mann mit weißem Hut und einer hübschen Frau.

Die beiden Stauseen um den Ort haben eine wichtige regionale Bedeutung für die Trinkwasserversorgung bis Toowoomba. Mit einem Bauaufwand von 5 Millionen Dollar wurden sie 1969 eingeweiht. Wie hoch unser Ort liegt (900 Meter über NN) merkten wir, als es mit fast 10 % Gefälle hinunter zum Perseverance Dam ging. Und auch die Fahrt zum Cressbrook Dam führte steil durch den Pinienwald zum Wasser. Zwei Biotope für Tiere und Pflanzen. Zweie Touristikzentren für Wassersport und Angeln.

Klug beraten waren wir, am nächsten Tag in aller Frühe zu unserem Besuch des Crow Nest National Park zu starten. Die Zufahrt war gut ausgeschildert. Am Parkplatz stand nur ein Fahrzeug, das aber sicher schon lange hier parkte. Eine Schicht von kleinen Zweigen und gedörrten Blättern lag auf der Karosse. Der Krach, mit dem uns die Zikaden empfingen und begleiteten war derart, dass ich ganz dicht ins Diktaphon sprechen mußte, um Verwertbares aufzuzeichnen. Noch ließ es sich angenehm in der leichten Kühle der Morgenstunden laufen. Auch dieser Nationalpark besteht überwiegend aus Granitgestein von den seitlichen Ausläufern der Great Dividing Range. Nahe dem Parkplatz gibt es einen kleinen Campingplatz, der allerdings nicht am Ufer des Crows Nest Creek liegt. Dort lang führte unser Wanderweg.

Yellow Stringybark EukalyptusUnd wir staunten über die tiefe Schlucht, die der „Bach“ im Laufe der Jahrtausende ausgewaschen hat. In dieser Zeit ist kaum Wasser im Geröllbett. Die Wege sind gut zu laufen. Wie überall hat man auch hier umgestürzte Bäume einfach ausgesägt und liegen gelassen. Hauptsächlich sind es Eukalyptusbäume und Akazien, die wir sehen. Und besonders ausgezeichnet eine Kampeschenart, der Yellow jacked Bloodwood. Im Frühjahr und Sommer sollen viele bunte Wildblumen die Gegend sehr farbprächtig machen. Heute nicht. Alles ist trocken und dürr. Der Abstieg zu den Kaskaden, gelangweilt herumliegende Steine, um die sich ein kleines Bächlein windet, war nicht unbedingt ein Erlebnis. Auch nicht, dass hier ein kleiner Wasserlauf aus den Bergen mündet. Der nächste Abzweig, hinunter zum Kauyoo Pool geht über Stufen. Auch hier kaum Wasser, Viele Steine und eine grünliche Brühe. Am Rande des Pools wachsen 30 bis 40 Meter hohe Bäume, deren gelbe und geriffelte Borke nicht über die gute Qualität des Holzes verrät. Der Yellow Stringybark gehört zur Gruppe der Eukalyptusgewächse.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte