Lamingtons

LamingtonLamington – ein uraustralisches Gebäck
Es steht außer Frage, dass sowohl der Lamington National Park als auch als das köstliche, allerdings nicht gerade Kalorien arme Gebäck im Zusammenhang mit Charles Baillie, Zweiter Baron Lamington stehen, der zwischen 1896 und 1901 Gouverneur von Queensland war.
Die Benennung des Nationalparks ist klar. War um diese Zeit in Australien nicht unüblich.
So wie es zahlreiche angebliche Originalrezepte für das schmackhafte Dessert gibt, so streiten die „Experten“ und Kenner wegen der verschiedener Quellen noch heute über den Ursprung des Namens für das Gebäck.

Namensvariante 1: Der Nachtisch ähnelt nach Meinung einiger Autoren sehr dem „Homburg hat“(Homburg Hut). Das ist ein steifer Filzhut, den Lord Lamington gern trug. Diese Art Hut wurde in den 30er Jahren durch Anthony Eden weltberühmt. Das würde aber nicht erklären, wer jedoch das Gebäck „erfunden“ hat.

Namensvariante 2: Es soll auf einem Bankett in Cloncurry gewesen sein. Dem Gouverneur rutschte versehentlich ein Stück des gereichten Schwammkuchens aus der Hand und fiel in einem Soßentopf. Verärgert fischte er das Stück heraus und warf es über die Schulter weg. Und dieses “Geschoss“ landete in einer Schüssel mit getrockneter Kokosnuss- oder Erdnussbutter. Ein Gast stellte in Unkenntnis das Gebäck wieder auf den Tisch, übergoss es mit Schokolade. So wurde der Lamington zum ersten Mal kreiert. Klingt zwar originell, ist aber reichlich unwahrscheinlich.

Namensvariante 3: 1981 berichtet der „Brisbane Courier“ von einem Brief, in dem ein Bekannter des Gouverneurs damals folgende Entstehungsgeschichte berichtete. Der sparsame Lord Lamington stellte bei Amtsübernahme fest, dass eine große Menge überfälliger Kuchen in der Government Küche lagerte. Um diesen nicht wegschmeißen zu müssen, fordert er vom Chefkoch eine weitere Verwendung. Dieser tauchte den trockenen Kuchen zunächst in Schokolade und warf in dann in ausgetrocknete Kokosnuss. Das Gebäck wurde als „Gateau“ (Kuchen) den Parlamentariern angeboten, die davon so begeistert waren, dass sie sogar ihre Köche beauftragten, das Rezept vom Government House zu besorgen. Nach diesem Bericht soll aber Lord Lamington den Nachtisch eigentlich gehasst haben. Er soll ihn als „verdammten, schwuchtelartigen, wolligen Biskuite“ bezeichnet haben. Gesagt haben könnte der das schon. Denn auch der britische Adel hatte eine gar unverblümte Aussprache.

Namensvariante 4: Diese wohl wahrscheinlichste Entstehungsgeschichte ist im Visitor Centre in Toowoomba nachzulesen. Der Gouverneur Lord Lamington lebte wegen des angenehmen Klimas in Toowoomba. In Harlaxton in der Gregory Street ließ er sich ein Haus bauen. Eines seiner „Laster“ war die Vorliebe für „Snow Balls“, einer englischen Süßspeise. Diese pflegte er auch seinen Gästen anzubieten. In Erwartung eines Besuches stellte seine Ehefrau mit Schrecken fest, dass der Koch die Bestellung der Zutaten für die Süßspeise in Brisbane vergessen hatte. In ihrer Not formte sie aus dem Vorhandenen kleine Schokoladenbällchen, die zum Verzehr kamen. Lord und Gäste waren sehr angetan und ließen sich die Köstlichkeit munden. So waren die Lamingtons geboren und werden bis heute im Originalrezept nur in Toowoomba hergestellt. Lamingtons, zusammen mit Tee angeboten, sind heute noch ein Teil der Festlichkeit bei den australischen Staatsbürgerschaftszeremonien.

Das Originalrezept schreibe ich lieber nicht auf. Ich möchte nicht für die eventuelle Übergewichtigkeit der Leser verantwortlich gemacht werden. Ansonsten wünsche ich jedem Leser guten Appetit! Und denkt an die Kalorien!!

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte