Wallabies und Pademelon

Der heutige Nationalpark ist das Überbleibsel der einstigen Landschaft. Es ist ein überwiegend von Eukalyptuswald bewucherte Gegend. Und die Narben des verheerenden Feuers von 1936 sind an den Bäumen heute noch zu sehen. Aber der Bewuchs ist ziemlich variabel. Da gibt es große Palmenbäume, die aus den tiefen Schluchten ihre riesigen Wedel 30 bis 40 Meter hoch zur Sonnen strecken und dabei über den Rand des serpentinenartig nach unten gehenden Weges ragen. Dazwischen Red Gums und Shea Oak’s, Buttereichen, die niemals einer deutschen Eiche auch nur ähneln. Die mächtigen Brown Malletwood sind typische hohe Regenwaldbäume, die besonders noch die Narben des Feuers tragen.

Red legged PademelonAusbrennungen, wie wir sie schon so eindrucksvoll im Giant Valley im Süden von WA gesehen hatten. Toll auch die Geräusche, die aus den tiefen Tälern des Regenwaldes zu uns dringen. Und mit der Zeit kann man neben dem „Gesang“ der Zikaden auch Zwitschern, voluminöses Quieken, staccatoartiges Pfeifen hören. Hier leben Lizards, Wachteln, und das „red legged pademelon“, ein kleines Beuteltier, das auch Regenwald Känguru genannt wird.

Daneben nutzen auch Rotnacken Wallabies und Sumpf Wallabies diese geschützten Areale. Über 80 unterschiedliche Vogelarten wurden gezählt. Die vielen Reptilien wiederum sind sehr scheu. Die Ausnahme bildete da der 150 cm lange Lizard, der auf unserem Abstieg zu den Höhlen im Schatten eines Baumes lag. Und auf dem Rückweg immer noch seinen Platz beibehalten hatte. Die vielen Insekten und Spinnen möchte ich nur noch erwähnen.

Wie immer halten es die Aussies nicht so mit den Entfernungen. Der Cave Walk, zu Höhlen in den Schluchten des Regenwaldes, war sicher über 4 Kilometer (3,1 Km hieß die offizielle Angabe). Man sollte also auch bei angeblich kurzen Trips das Wasser nie vergessen. Aber da sind wir seit den Blue Mountains gebrannte Kinder. So laufen wir hinunter in die Schluchten und fühlen uns ein klein wenig wie die früheren Forscher, die sich ihren Weg bahnen mussten. Wir jedoch gehen auf gut angelegten Serpentinen, und danken wieder einmal, wie so oft, still den vielen Volontären, deren freiwillige unentgeltliche Arbeit in Oz solche Wanderungen erst ermöglichen. Am Palm Creek, einem Mini Wasserfall aus dem Berg, wird es wieder lichter. Die Düsterkeit des Regenwaldes vertreibt die Sonne, die schon 10.00 Uhr ziemlich heiß brennt.

Es wird lichter. Gebüsche lösen die Bäume ab und da kommt schon wieder eine Schlucht. An deren Rand befinden sich die ausgelobten Höhlen. Naja! War keine Aufnahme wert. Und die erste Strecke des nunmehr bergauf führenden Rückweges machte uns die Sonne am azurblauen Himmel ganz schön zu schaffen. Eine Rast am Parkplatz tat gut. Es ging auf die Mittagszeit zu. Und wir wussten immer noch nicht, wo wir eigentlich hin wollten. In Hampton stand ein Visitor Centre in einem über 100 Jahre alten renovierten Gebäude. Der dortige Mitarbeiter war sehr freundlich und hilfsbereit.

Zwischendurch haben wir wohl auch Deutsch gesprochen. Darauf sagte der ältere Herr „Sie können ruhig Deutsch mit mir reden. Ich stamme aus Deutschland!“ Er hatte uns für Skandinavier gehalten. So erfuhren wir, dass in dieser Gegend eigentlich Toowoomba das Non plus Ultra sei. Aber für einen Kurzaufenthalt würde sich Crows Nest, 13 Kilometer nördlich, gut eignen. Dann erhielten wir eine Fülle von Informationsmaterial und eine Menge Hinweise über Unterkunft und Sehenswürdigkeiten von Toowoomba. Klaus, wie der Deutsche hieß, lebte in Highfield, einem kleinen Ort 20 Kilometer südlich. Er war Pensionär und arbeitet freiwillig jedes dritte Wochenende unentgeltlich als Volontär im Visitor Centre. Und es machte ihm, wie auch allen anderen Volontären mit denen wir gesprochen haben, einen Heidenspaß, mitzuhelfen, damit Down under sich den Gästen gut präsentiert.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte