Roma

Wir sind nach dem Historical Walk noch zum Railway Dam gelaufen. Welch eine brach liegende Möglichkeit hier ein überregionales Erholungszentrum zu errichten!

Kirchenfenster in RomaHeute ist Roma ein Verkehrsknotenpunkt, ein Zentrum der Schaf-, Rinder und Pferdezucht. Nicht zu vergessen den Weinanbau. Die älteste Winery (Roma Villa Winery) an der Northern Road ist ein schönes grünes Queenslandhaus. Nur müsste man sich über den Errichtungstag endlich einigen. In der Stadtbroschüre steht 1878, am Gebäude aber 1865.
Stolz sind die Bewohner, dass Australien größte Viehauktionen jeden Dienstag und Donnerstag hier stattfinden. Bis zu 12 Tausend Rinder kommen zum Verkauf.
Als unbedingte Sehenswürdigkeit gelten auch die historischen Fenster in der St. Pauls Kirche von 1875 Die war aber leider bis Mai geschlossen.

Roma liegt 300 Meter über dem Meeresspiegel. Die Temperaturen sind über das ganze Jahr mindestens 20 °C. Nur die Nächte im Winter (Juni bis September) können auch mal 4°C haben. Das wir in der Nähe des Outbacks sind bestätigte und auch eine Tafel am Warrego Hwy.

Wegweiser ins OutbackAuf der Suche nach Mt. Abundance Homestead, der ersten Siedlung von 1860, sind wir ein Stück nach Westen gefahren. Natürlich keinerlei Hinweise. So zwingt das Visitor Centre die Besucher zur Teilnahme an organisierten Touren. Wir haben die Homestead trotzdem noch gefunden. Sieht aus, als stehe sie seit 1860 unverändert so hier. Aber der Cyclon vom 6. Januar 1937 hat nicht nur die Stadt sondern auch die Homestead zerstört. Eigentlich ist der Bauherr zu bewundern. Baute er doch das Gebäude so wieder auf, dass es wie ein seit 1860 vor sich hin zerfallende „Ruine“ aussieht. Auf alle Fälle keine Ikone!

Die Homestead vollendete bei dieser Tour nur unsere Enttäuschungen. Die so sehr gepriesenen Windmühlen in Roma kann man vergessen. Sie stehen auf Privatgelände. Die eine arbeitet zurzeit nicht. Und das angebliche berühmte Windrad (?) Comet, das auf einer freien Fläche liegt, wäre wohl reif für die Verschrottung.

Flaschenbaum - bottle treeIn der Gegend lebt seit 20 Tausend Jahren der Stamm der Mandandanji. Sie wohnten am Bungil Creek, den sie Adungadoo nenne. Der wunderbar zu laufende Fußweg (Creek Boardwalk) am Stadtrand führt durch das historische Gebiet. Und wir fanden es gut, dass auf Sichttafeln erklärt wurde, wie die Ureinwohner diese Gegend als „Supermarket, Apotheke, Wohnbereich und Spielwiese“ nutzten. Vom Visitor Zentrum, wo ein kleiner Dampflokomotiven Rundkurs startet, über Brücke kommt man auf den Wanderweg. Dieser endet am „Large Bottle Tree“, einem eindrucksvollen Baum.
Von der Railway Station zum Kultur Zentrum wurden zum Gedenken an die Toten des ersten Weltkrieges 138 Flaschenbäume gepflanzt.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte