rotes Outback

Unser letztes Reiseziel in Queensland lag 300 Kilometer westlich. Cunnamulla. Das waren 300 Kilometer Langeweile, Einöde, verdörrte Erde, Sonne pur. Eben Outback. Wie immer auf solchen Strecken zählten wir die Fahrzeuge. Auf diesen 300 Kilometern begegneten uns 18 Autos und einen Truck habe ich überholt. Erneut konnte ich nur den Kopf schütteln über die Touristen, die die Strecke Katherine nach Broome auf dem Victoria Hwy und dem Great Northern Hwy als langweiligste Piste in Oz bezeichneten. Ob die jemals im Outback von Queensland waren?

Roter Sand im OutbackZunehmend roter Sand säumt das rote, manchmal auch schwarze Asphaltband. Auffällig! Alle Straßengräben um St. George waren voller Wasser. Das gab sich aber bald. Ab und zu kam dann als Lockerung in der Landschaft eine gespenstisch dastehende Zypressenreihe. Der Balonne Hwy westlich von St. George ist mit Sicherheit die für Kängurus gefährlichste Strecke. In Dutzenden lagen tote, überfahrene Tiere herum. Eigentlich wollten wir noch die Papageienfarm in Rosehill besichtigen. Aber 120 Mehrkilometer? Wir verzichteten. Die einzige erwähnenswerte Ortschaft bis Cunnamulla hieß Bollon. Soll mal die sauberste Stadt in Queensland gewesen sein. Aber das behaupten ja bekanntlich viele. Wer nicht dort war, glaubt es vielleicht. Unbestritten aber ist, dass am Wallam Creek eine unverhältnismäßig große Zahl von Koalas leben.

Die einzige Abwechslung auf dieser Reise boten uns aber doch die Tiere. Nicht die toten Kängurus. Plötzlich laufen da einige Rinder auf die Straße und starren, ihren Platz haltend, den schnell nahenden Wagen an. Oder die drei Emus, die den Hwy mit einem Emupfad verwechselt hatten, und nun mit einem tiefen, langen und philosophischen Blick auf dem Highway weiter verweilten, uns Gedanken verloren anschauten. Irgendwann kam dann aber doch der Entschluss, die Strasse zu verlassen. Auf meine freundlich bittende Aufforderung reagierten sie mit großer Verzögerung. Nur langsam und gemessen verließen sie schließlich den Hwy! Die ersten drei Ziegen, die hopsend nach dem Hupen zur Seite sprangen, waren nur die Vorhut einer großen Herde, die im Straßengraben weidete. Dort wuchs das einzige Grün auf der verbrannten Ebene. Im Schritttempo passierten wir die Herde. Etwa 60 Kilometer vor Cunnamulla frischte plötzlich der Wind auf. Und wir mussten mehrere dunkelrote Staubwolken passieren. Cunnamulla verdankt seine Entstehung zwei großen Viehtriebrouten, die sich hier kreuzten. Und es entwickelte sich ziemlich schnell eine gut florierende Ortschaft, die vorteilhaft noch an einem Fluss, dem Warrego River, lag. Der Ortname bedeutet in der Sprache der Ureinwohner „“Lange Wasserstrecke“.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte