St. George Bridge

Überhaupt ist diese Stelle der historisch interessanteste Punkt der Stadt.

Am 12. April 1846 erreichte der Forscher Thomas Mitchell diese Stelle. Er nannte sie St. George Bridge, weil Steine im Fluss zu einer Anschwemmung geführt hatten, von der eine Steinbarriere, wie eine scheinbare natürliche Brücke zum anderen Ufer führte. Auch die Benennung des Flusses Balonne kommt von Mitchell. In seinem Tagebuch bezeichnete Mitchell das dort errichtet Lager Camp VIII. Da er mit seiner Crew am 23. April 1846 hier den Fluss überquerte, nannte er die „Steinbrücke“ nach dem heiligen Georg. Der St. Georg Day geht auf Heinrich Löwenherz zurück, dessen Schlachtruf wohl „Für England und St. George“ lautete. Natürlich ließ nach der Erforschung und Beschreibung des Gebietes die Besiedlung nicht lange auf sich warten. Viele der Gebäude in der Stadt entstanden zwischen 1850 und 1900. Schon 1862 pflanzte ein Dr. Seidel hier, im Gebiet des heutigen Rowden Park, die ersten Weinreben.

St. George Pferde wechsel StationDie Polizeistation und das Gefängnis von 1892 stehen heute noch. Das erste Hotel am Platz entstand 1864, ebenso das Post Office, wo Cobb & Co eine Pferdewechselstation betrieben. „Wasser ist das Brot der Stadt“ steht im Visitor Centre. Und die Lage entlang des Flusses, die Staudämme auch zur Bewässerung in Zeiten der Trockenheit, das beliebte Angelgebiet bestätigen den Spruch. Schon immer war die Stadt auch ein Zentrum der Baumwolle. Allerdings wird der Anbau erst seit 1957 auf großer kommerzieller Basis betrieben. Und man bemüht sich um Absatz. Die Handzettel „1001 Verwendungen für Baumwolle“, „Baumwolle eine natürliche Faser“ und „Umweltschonende Baumwolle“ sind sehr interessante und aussagekräftige Informationen. Aber auch Schafzucht und Weizenanbau sind Pfeiler der Wirtschaft im Shire. Heute leben 3,8 Tausend Menschen in St. George und insgesamt 5,6 Tausend Einwohner im Shire. Die Highways Carnarvon, Balonne, Moonie, Barwone und Castlereagh treffen sich in St. George. Zweifelsohne ein Verkehrsknotenpunkt.

Als eine besondere Attraktion wird die kleine Galerie mit den bemalten Emu Eiern in der Victoria Street empfohlen. „The Unique Egg (das einzigartige Ei) nennt sich die Kollektion, die auch zu kaufen ist. Ich glaube, dass Besucher aus Deutschland, Japan und China, also aus Ländern mit traditioneller Porzellanmalerei, nicht das rechte Klientel für den Verkauf sind.

Natürlich blieb seit Mitchells Zeiten die Brücke über den Balonne River ein Hauptanliegen der Stadt. Eine provisorische Holzbrücke wurde 1890 unter Mithilfe der damals streikenden Schafscherer fertig gestellt. Diese hielt immerhin bis 1950. Der großen Flut in diesem Jahr war sie nicht gewachsen. Die dann gebaute Andrew Nixon Bridge wurde 1953 eröffnet. Sie erinnert an Andre Nixon, dem ersten Schmied in der Stadt, der angeblich sogar 1879 das Pferd von Ned Kelly, bei dessen Aufenthalt in St. George, beschlagen hatte. So leicht konnte man damals in Down under berühmt werden! Die Anchorage Homestead der Familie Nixon ist Kulturerbe. Doch bald schon begann der Bau des Jack Taylor Weir, der mit der heutigen Brücke verbunden ist. Dieser Stausee ist Teil des jetzigen Bewässerungsprojektes.

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