Warrego River

Unser Fehler war wohl, dass wir an einem Samstag kurz nach 12.00 Uhr eintrafen. Das Visitor Centre, wenn es denn eines gab, war geschlossen, obwohl im Prospekt eine Öffnung bis 14.00 Uhr angegeben war. Und bis auf dem Bäcker hatten auch alle Läden schon Feierabend.

Halt! Das stimmt nicht. Die drei Pubs waren natürlich geöffnet. Beim Bäcker kauften wir selbst gefertigte Lamington, die herrlich mundeten. Der Bäcker und seine Frau, die laut Aushang versuchten, den Laden zu verkaufen, waren erstaunt, dass zwei Deutsche ihnen die Geschichte von der Entstehung der Lamington in Toowoomba erzählten. Den Caravan Park haben wir schleunigst wieder verlassen. Dort wohnten einige „Touristen“, die denen von St. George sehr ähnelten. Eine unruhige Nacht wegen deren Gesaufe, Gegröle und anschließenden Gestreite hatte uns gereicht. So fanden wir ein Motel, das äußerlich für eine Nacht sicher reichte. Nach dem Einzug kam das Erwachen.

Das Wasser aus der Leitung stank nach verfaulten Eiern. Und nach mehreren Minuten roch es stark nach Schwefel. Ich habe, da total durchgeschwitzt, trotzdem geduscht und das mit einem zweitägigen Brennen auf der Haut bezahlt. Welch Glück, dass wir immer einen Vorrat an Bier und Stillen Wasser im Auto hatten. So war der Morgenkaffee nicht gefährdet.

Im Ort haben wir mit Überraschung den breiten und Wasser vollen Warrego River bestaunt. Sogar der Fußweg am Fluss stand unter Wasser. So war das empfohlene Schlängeln entlang des Ufers nicht möglich. Wie Geister ragen die Stümpfe der abgestorbenen Bäume, die beide Ufer säumen aus dem Wasser. Wir sind noch über die Brücke gelaufen und haben dort eine Wasserpumpstation in Arbeit gesehen. Kommt von dort unser Trinkwasser im Hotel? Vom Gestank her? Ja!
Im Hotel haben wir über eine Einladung zu einer Friedhofstour gelesen. Unser Grauen bis jetzt reichte! Doch es kamen noch mehr Überraschungen. Zunächst besichtigten wir den Robber’s Tree. Ein Baum, in dessen Wipfel sich der Bankräuber Joseph Wells 1890 versteckte. Nutzte nichts. Wurde gefangen und gehängt.

Ein Besuch am Allan Tannock Weir brachte die Erklärung, warum der Rückstau in dem Fluss so eminent ist. Die hatten am Wehr nur eine kleine Schleuse für den Überlauf geöffnet. Fällt die Regenzeit in Cunnamulla in diesem Jahr aus?

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte