Grippe?!

Gleich neben einer der großen ins Zentrum führenden Straßen fanden wir ein gutes und preiswertes Motel. Mit einem Nachteil, den wir in den nächsten Wochen teuer bezahlen mussten. Seit Darwin erlebten wir diesmal in Down under kaum einen Tag, wo die Temperatur unter 35°C fiel. So auch in Bundaberg. Die Klimaanlage im Motel lief fast ständig. Leider hatten die Hotelbesitzer die Klimaanlage in Sitzhöhe am Fenster neben der Eingangstür angebracht. Und gleich darunter war der Schreibtisch, an dem ich jeden Tag mindestens eine Stunde wegen des Buches zu arbeiten hatte. Natürlich habe ich mich dabei erkältet. Da muß aber auch noch ein Virus oder infektiöses Material in dem ziemlich veraltetet Modell gewohnt haben. Das habe ich als Zugabe mitbekommen. Mit einer Inkubationszeit von 4 Tagen.

In Hervey Bay dann brach bei mir der schlimmste Infekt meines Lebens aus. Fast alle unsere Medikamente gingen drauf. Zumal als der Infekt zwei Tage später auch Dagmar ziemlich schwer erkranken ließ. Glücklicherweise hatte ich vor der Reise ausreichend vorgesorgt. Neben Grippemittel, Antiallergika enthielt unsere kleine Reiseapotheke auch genügend Antibiotika. Wir waren darüber sehr froh, denn auch die Aussies hatten große Angst vor der Vogelgrippe. Einige Apotheken und Kaufhallen verkauften Mundschutzkappen. Wir hatten keine Lust, als Verdächtige in einem australischen Hospital bis zum Nachweis des Gegenteils zu verbringen.

Antiallergische Nasentropfen waren das Einzige, was wir in der Apotheke, ohne Verdacht zu erregen, kauften. Doch richtig geholfen hat uns dann die Akupunktur. Es dauerte ein Stück, bis ich die Zusammenhänge der so schlimmen und so beharrlich bleibenden Grippe begriffen hatte. Durch den kontinuierlichen Kühleinfluss (wie kalte Getränke, Klimaanlage, Baden, Duschen, „angenehmes Sitzen in der Zugluft) hatten wir uns die Kombination zweier in der traditionellen chinesischen Medizin bekannte Krankheitsbilder eingehandelt, die für die Resistenz des Infektes verantwortlich waren. Nämlich eine Windkrankheit und eine YIN Fülle. Welch Glück, dass ich immer auch Akupunkturnadeln bei jeder Reise dabei habe. Nach drei Tagen, kurz vor unserer Ankunft in Brisbane waren wir wieder gesund. Aber ganz schön geschafft.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte