Artesische Brunnen

Die Ausbreitung der Viehzucht über weite Teile des Inlandes ist im Wesentlichen der Entdeckung und Förderung dieser Wasservorräte zu verdanken. Dem Vieh schadet der Genuss des mineralhaltigen Wassers nicht. Und auch die Dampflokomotiven von The Ghan profitierten bei der Fahrt in diesen Gegenden von dem Wasserreservoir.
Insgesamt 20 artesische Becken hat man in Australien erfasst. Und fast 9000 artesische Brunnen werden geschätzt. Der Mineralgehalt des artesischen Wassers führt zu einer kleinen Hügelbildung um die arthesischen Quellen. Mound springs (Hügelquellen) nennen die Aussies die Erhebungen, um die sich häufig kleine grüne Oasen gebildet haben.
Nicht die spontane Bildung arthesischer Quellen zur Druckregulierung, nein die vielen Bohrungen haben im Great Artesian Basin zu einem Abfall des Druckspiegels um 120 cm geführt. Mit der Folge, dass man heute sehr häufig nur noch mit Pumpen Wasser aus der Tiefe erhält. Und mit der Gefahr, dass die vermutete fossile Grundwasserbasis verkleinert wird.

Bevor die Europäer Australien besiedelten nutzen die Ureinwohner die spontanen artesischen Brunnen und hielten sie schon wegen des traditionellen Kulturguts für besonders wichtig. Sie waren eine gern genutzte Wasserquelle bei Dürre und Trockenheit, wenn andere Quellen versiegten. Außerdem wussten die Ureinwohner sehr wohl, dass dieses Wasser den für ihr Leben notwendigen Wildbestand ermöglichte. Die arthesischen Quellen spielten eine Rolle in den Geschichten der Vorfahren, bekamen mythische Bedeutung, wurden in den spirituellen und kulturellen Glauben der Gemeinschaften integriert. Die Europäer entdeckten die artesischen Brunnen 1878, als sie begannen nach Wasserquellen zu suchen.

Bis 1915 wurden über 1500 künstliche Wasserlöcher geschaffen. Die Sicherheit auf zuverlässige Wasserbereitstellung war die Voraussetzung für Siedlungen, für Rinder- und für Schafzucht. Tausende Kilometer Rohre verlegte man aus diesem Grund zu den Farmen. Es wird eingeschätzt, dass zu Beginn der Besiedlung in Queensland täglich 1040 Megaliter Wasser aus dem artesischen Becken abgezapft wurden. All dies, zusammen mit dem Bedarf der anderen Staaten, führte zu einen Störung des Gleichgewichtes zwischen Zufluss und Entnahme des Wassers. Mit der Zunahme der künstlichen Wasserlöcher nahm der Innendruck des Beckens ab, und die Wasserlieferung ließ nach. Aktuell werden täglich 1500 Megaliter Wasser pro Tag entnommen. Schon heute benötigen ein Drittel aller Bohrlöcher Pumpen zur Wassergewinnung. Vor der weißen Besiedlung undenkbar.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte