Artesisches Becken

Die tiefste Senke findet sich im Bereich des Lake Eyre (12 Meter unter NN). Zahlreiche Flüsse, die an den Westausläufern der Great Dividing Range entspringen, münden in diesem abflusslosen Becken. Die ausgetrockneten Salzseen sind oft jahrzehntelang ohne Wasser. Nach episodischen Starkregenfällen kommt es zu Überschwemmungen der Flussbetten und Salzseen, die dann zu Brutplätzen von unzähligen Pelikanen und anderen Wasservögeln werden. Im Süden schließen sich die Ebenen des Darling- und Murray- River an. Der Murray ist mit 2.575 km der zweitlängste Fluss des Kontinents und die wichtigste Trinkwasserquelle Südaustraliens. Mehr als die Hälfte aller Flüsse entwässern nicht in den Ozean, sondern versickern oder trocknen aus. Eine neuere Studie meint, dass es sogar 87% des Abflusswassers sind. So entstand ein Grundwasserbecken von 1,7 Millionen Km². Ein Fünftel der Fläche Australiens. Das riesige Becken beinhaltet schätzungsweise 64.900 Millionen Megaliter. Damit könnte man den Hafen von Sydney 1300 Mal füllen.
Auf eine Distanz von ca. 1.600 km ist die Südküste ohne einen Zufluss aus dem Landesinneren. Die nicht ständig Wasser führenden Flüsse werden „Creeks“ genannt.

Die hier lagernden Vorräte an artesischem Grundwasser, d.h. in porösem Stein eingelagerte Wassermengen, stehen unter hohem Druck und kommen entweder aus Quellen oder Brunnen an die Oberfläche. Der Grundwasserspiegel wird besonders durch den Abfluss aus dem östlichen Hochland konstant gehalten. Die nach Westen führenden Flüsse der Great Dividing Range nehmen auf einem langen, unterirdischen Weg Sedimente und Mineralien auf. Da diese Wasser führenden Schichten gegenüber dem Becken stärker geneigt sind und die Sedimente im arthesischen Becken wasserundurchlässig sind, entsteht darunter ein ziemlicher hoher Druck, ein gespannter Grundwasserspiegel. Den höchsten Druck hat man mit 1300 KiloPacal gemessen. Und nicht zu selten tritt das Wasser teilweise mit sehr hohen Temperaturen an die Oberfläche, da es aus einer Tiefe von bis zu 2 Km kommt. Dort, wo es an die Oberfläche tritt (natürlich oder angebohrt), hat es meist einen salzigen oder mineralischen Geschmack und ist für den Menschen ungenießbar.

Diese „Versalzung“ kann auch durch übermäßige Beanspruchung der Wasserreserven entstehen. Dann sinkt nämlich der Grundwasserspiegel und es kommt innerhalb von nur drei Tagen zum Eindringen von Meereswasser. Aber auch die zunehmende Verunreinigung des Grundwassers durch Industriebetriebe, Mülldeponien und nicht zu seltene Lecks in den Jauchegruben machen das Wasser ebenfalls ungenießbar. Eine weitere und bedeutende Verunreinigung und Belastung erfolgt durch Atommülllager. In einem sehr eindringlichen Appell haben Mitglieder des Aboriginal People die Regierung aufgefordert, die Entsorgung von Atommüll in Billa Kallina im Becken des Lake Eyre zu beenden. Die Grundwasserbelastung ist dabei nur eine der Umweltgefährdungen.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte