Barcaldine

Unsere letzten 107 Kilometer auf dem Matilda Hwy absolvierten wir auf dem Wendekreis des Steinbocks. In den Frühnachrichten hörten wir, dass es gestern 10 Tote bei Verkehrsunfällen in Queensland gegeben hatte.

Die Landschaft wurde abwechslungsreicher. Bäume, sehr grüne Wiesen lockerten die hier nicht mehr so öde Strecke auf. Die Menschen in der Gegend tun aber auch was für die Landschaft! Ob Bewässerung, Zäune, gepflegte Baumgruppen oder auch keine halb verrotteten Gebäude. Unverständlich blieb, warum man die nicht mehr benötigten Eisenbahnwagen einfach neben die Gleise kippt. 15 Stück haben wir auf dieser Etappe bis Barcaldine gezählt. Nach 27 Km durchfuhren wir Ilfracombe, wohl wissend, dass sich hier ein landwirtschaftliches Zentrum und eine der größten Schaffarmen des Landes befinden. Auch eine Sammlung historischer Haushaltsgegenstände und Arbeitsgerätschaften soll es geben. Wir glaubten nicht, dass die sich wesentlich von denen, die wir anderswo schon gesehen hatten, unterscheiden würden. Also weiter.

Nach 80 Kilometern kam Barcaldine. Barcaldine, wo sich ein Kurzaufenthalt schon lohnte. „Gartenstadt des Westens“ nennen die Queensländer Barcaldine. Wir freuten uns über die schmucke Ansicht bei der Einfahrt. Und die nach englischem Vorbild Schachbrett artig angelegte Ortschaft machte einen sehr gepflegten Eindruck. Alle Strassen in Barcaldine sind nach Bäumen benannt. Auf der Main Street (Oak Street,) lockert nach dem Abzweig des Matilda Hwy in Richtung Süden ein grüner Mittelstreifen die Straße auf. Viele der Sehenswürdigkeiten liegen auf kurzem Weg in der Nähe des Bahnhofs. BarcaldineSo auch der durch Gitter geschützte „The Tree of Knowledge“ (Der Baum des Wissens), unter dessen Krone am 1. Mai 1891 der Streik der Schafscherer in Barcaldine mit einen Meeting von 3000 Betroffenen begann. Der Name des Baumes soll andeuten, was alles unter seinen Zweigen geschehen ist. Deshalb werden seit Jahren alle nur erdenklichen Maßnahmen ergriffen, um den Baum zu schützen. .Hier war es auch, wo die Streikenden „Freedom on the Wallaby“ von Henry Lawson sangen. Ein Lied das endete mit dem Schlussvers:

Wir werden den Tyrannen fühlen lassen,
die Stiche, von denen, die sie erdrosseln wollten.
Sie brauchen nicht zu sagen, es wäre unser Verschulden,
wenn Blut die Zweige beflecken wird.

Der Geist der Eureka Stockade von Ballarat 1854 schien sich fortzusetzen. Zumindest wehte die Eureka Fahne auch unter dem Ghost Gum. Und man gedenkt der damals inhaftierten Schafscherer.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte