Noch in Cloncurry

Wasserfass von John FurphyWahllos stehen auf der Freifläche alte Eisenbahnwagen, Maschinen für den Straßenbau und für die Landwirtschaft, eine Schafwollpresse, die monströse Telefonhandstöpsel- Verbindungsanlage mit 80 Anschlüssen und auch ein Ford Railway Ambulance von 1941, für Krankentransporte wenn die Strassen unpassierbar waren. Die „Maschine war bis 1971 im Einsatz. Besonders bewunderte ich ein historisches Wasserfass von John Furphy. John war zu seiner Zeit einer der bekanntesten Australier. Seine Idee 1878, Wasser auf einem Pferdegespann zu den Siedlern oder aber später während des 1. Weltkrieges in die Soldatencamps zu transportieren, war einmalig. Ob das Strine Wort „Furphy“ (Gerücht, Lügengeschichte) darauf zurückgeht, das John angeblich in einem der Fässer auch Brandy transportierte? Ich weiß es nicht. Unklar blieb mir auch die wahllose, rostige Nagelsammlung.

Wasserfass von John FurphyDie großen Kupferminen um Cloncurry arbeiteten bis 1924, dann wurde die Produktion eingeschränkt. Mt. Isa hatte die ergiebigeren Lagerstätten. Trotzdem besagt eine bergbauliche Prognose, dass die Ernest Henry Mine, 40 Km nördlich von Cloncurry, zumindest bis 2006 noch wirtschaftlich fördert. Denn immerhin war Cloncurry nach Beginn des Kupferbooms 1860 um 1916 der größte Kupferlieferant des Britischen Empire. Zwischen 1958 und 1964 kam mit dem Uranabbau eine zweite Zuwandererwelle. Hunderte Uransucher spazierten mit dem Geigerzähler auf der Suche nach dem „großen Wurf“ durch die Gegend.

Auf dem Informationsblatt bezeichnet sich Cloncurry als „The friendly heart of the Great North West“. Kein Kommentar! Die 15 Sehenswürdigkeiten, wie den verrotteten chinesischen Friedhof, den Rotary Lookout mit dem weiten Blick in Dürre und Trockenheit, hatten wir innerhalb kurzer Zeit abgefahren. Am Chinaman Creek Dam, einem ganz netten Naherholungszentrum mit Krokodilen, hatten sich zur Eröffnung 1994 gleich 14 Leute auf einer Gedenktafel verewigen lassen. Es gibt eine Pferderennbahn, einige alte städtische Gebäude. Am 1898 gebauten Courthouse, einem Queenslandhaus, steht im Wappen AUTAX AT FIDELIS, was soviel heißt, dass für zu zahlende Steuern ehrliche Angaben gemacht werden müssen. Nicht aufgeführt im „Stadtführer“ ist die wirklich schöne Wandmalerei an der Tankstelle in der Ramsay Street.

Interessant natürlich der Flugplatz, der seit 1919 steht, mit dem Aerial Services Hangar. Ein historischer Platz! Von hier starteten die ersten fliegende Ärzte und eröffneten für die medizinische Betreuung der Australier eine neue Dimension. Und ein interessanter Gedenkstein erinnert 1992 an den 50. Jahrestag der „Schlacht am Korallenmeer“. Denn auch vom Militär Flugzeug- Stützpunkt in Cloncurry starteten Kampfmaschinen.

Central Hotels CloncurryIch glaube das Bild des Central Hotels vermittelt mehr als alle Worte, was in Cloncurry zurzeit abgeht. Das ändert sich natürlich jedes Jahr im Juli. Aus einem Umkreis von 100 Kilometer kommen die Leute zur Rinderschau und zum „Stockman Wanderpokal“, einem Rodeo auf Rindern. Überhaupt hat die Fleisch liefernde Industrie hier Tradition. Fleisch für Queensland, für Darwin, aber auch bis nach Asien und dem Mittelosten gehen die Lieferungen.
Wir hatten es unserem Wirt in Cairns versprochen. Also sind wir 30 Kilometer den Matilda Hwy nach Norden gefahren. Wie Recht er hatte. Diese Gegend war noch trüber als der Flinders Hwy.

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte