Paterson

Paterson selbst sagte später darüber „Man hatte mir von den Auseinandersetzungen erzählt. Auch das man Dagworth niedergebrannt hatte und ein Mann gefangen wurde. Miss MacPherson spielte die kleine schottische Melodie und ich fand Worte dazu und nannte es Waltzing Matilda.“

Nirgendwo wird berichtet, wie der weitere Abend verlief. Doch der Kommentar „So entstand ein neues Lied und eine Verlobung fand ihr Ende“ sagt eigentlich alles

Wir sind natürlich zum Wasserloch gefahren. Eine trübe Pfütze. Das große Schild „Campen Verboten“ schien die beiden Camper aber dort nicht zu stören. Den Swagman Trail um den „See“ sind wir nur 300 Meter gelaufen, dann zwangen uns die Fliegen, die sich von unseren Fliegennetze nicht stören ließen, zur Umkehr.

Das Lied kam erstmals im April 1895 zum öffentlichen Vortrag. So hatten Paterson und Christina MacPherson auch genügend Zeit an Text und Melodie noch zu feilen. Während eines Banketts im „North Hotel“ in Winton, zu Ehren des Premiers von Queensland, wurde der Song der Beiden mit „freundlichem Wohlwollen“ angehört. Und das Lied wäre wohl heute vergessen, hätte nicht 1900 der Verlag Inglis & Co Ltd. im Auftrag eines Tee Produzenten (The Billy Tea Company) die Urheberrechte für 5 Pfund Sterling von Paterson gekauft. Mary Cowan wurde beauftragt, das Lied für Reklamezwecke „umzuarbeiten“. Sie änderte etwas an der Melodie und statt des Wassersack (Waterbag) hatte der Swagman jetzt einen Billy (Kessel) in dem Wasser kochte. Für Tee? Für was sonst? Natürlich war das Wort Billy bei der Werbekampagne schön herausgehoben.

Trotzdem! So entstand durch Paterson der australische Nationalhit, der von den Amerikanern vermarktet wird Noch im 21. Jahrhundert bekommt eine amerikanische Gesellschaft bei jedem öffentlichen Abspielen die entsprechenden Gebühren.

Und es mögen all die schweigen, die sich über den Text, über die Umwandlung der Melodie lustig machen. „Waltzing Matilda“ wurde von den Australiern zum Kulturerbe erhoben. Ein Lied das erzählt von der Einsamkeit und der Not des Swagman. Und vom unbedingten Willen dieser Menschen, ihre Freiheit zu behalten. „Lieber tot als Sklave“, der Wahlspruch der friesischen Fischer, blieb auch der Wahlspruch der freien weißen Siedler in Down under.
Wir hatten in Deutschland mal einen Spitzenschlager, der da lautete „Da, Da, Da“!

Reisebericht über Queensland – Australien – Outback und Städte